Auto

Published on September 28th, 2016 | by Redaktion

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Eine Tachomanipulation erkennen

Auf stolze sechs Milliarden Euro schätzt der ADAC den jährlichen Schaden durch manipulierte Kilometerstände und deswegen zu teuer bezahlten Gebrauchtwagen. Geschätzte 30 % aller Autos aus zweiter Hand sollen einen zu niedrigen Tachostand zeigen. Aber nicht nur die Verbraucher zahlen drauf. Auch Leasingunternehmen werden betrogen, wenn Autos mit einem Kilometerstand weit unterhalb der tatsächlichen Fahrleistung zurückgegeben werden. Schlimmer noch – die Sicherheit der Fahrzeuge ist gefährdet, wenn aufgrund von Tachomanipulationen Servicearbeiten nicht rechtzeitig ausgeführt werden. Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten, eine Tachomanipulation zu erkennen und als Verkäufer den korrekten Kilometerstand nachzuweisen.

Ein kritischer Blick ins Fahrzeug

Oft reicht schon eine optische Prüfung des Fahrzeugs, um deutliche Widersprüche zwischen Kilometerstand und Zustand des Innenraums aufzudecken. Abgenutzte Polster und Pedale, ein abgegriffenes Lenkrad deuten darauf hin, dass das Auto ein paar Kilometer mehr hinter sich hat, als der Tacho dem potenziellen Käufer suggeriert. Aber auch in die Jahre gekommene Bräute (und Bräutigame) lassen sich schön schminken. Fahrzeugpapiere, zum Beispiel ein Serviceheft oder die gesammelten Inspektionsrechnungen, machen den Lebenslauf nachvollziehbar. Gibt es Lücken, kann das ein Indiz für betrügerische Eingriffe sein.

Technische Vorkehrungen gegen Manipulation

Die nachvollziehbare Auto-Biografie ist auch der Ansatz für eine einfach zu realisierende technische Lösung, die auf der Internet-Plattform www.motory.de in Kooperation mit TomTom angeboten wird. Der TomTom CURFER, ein Stecker für die On-Board-Diagnose (OBD), übermittelt alle drei Monate automatisch den jeweils aktuellen Kilometerstand, der in einer geschützten Datenbank gespeichert wird. Die tatsächlich gefahrenen Kilometer werden mit mindestens 97 % Genauigkeit erfasst, egal, was der Tacho anzeigt. In Belgien ist ein ähnliches Modell, der Carpass, bereits Pflicht. Auch die Autohersteller rüsten auf. Der Kilometerstand wird von vielen Komponenten des Fahrzeugs erfasst und gespeichert. Ein Experte kann dadurch eine amateurhaft nur am Tacho durchgeführte Minderung des Kilometerstands sofort erkennen.

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