Motorrad-Wintercheck: Fit für die erste Ausfahrt

Prüfen Sie nach der Winterpause vor der ersten Fahrt, ob Ihr Motorrad Schäden hat, Teile verschlissen sind und alles funktioniert. Beginnen Sie mit Reifen und Bremsen, danach folgen Batterie, Beleuchtung, Flüssigkeiten, Kette und Schutzkleidung. Die Bedienungsanleitung nennt den richtigen Reifendruck, den vorgeschriebenen Spielraum der Kette (Kettendurchhang) und die Wartungsintervalle.

Bei einem Mangel an Reifen, Bremsen oder anderen sicherheitsrelevanten Teilen bleibt das Motorrad stehen, bis die Ursache geklärt ist. Eine Sichtkontrolle ersetzt weder fällige Wartung noch eine Werkstattdiagnose.

Reifen prüfen

Messen Sie den Reifendruck am kalten Reifen und stellen Sie ihn nach der Bedienungsanleitung ein. Prüfen Sie anschließend die Lauffläche und die Flanken auf Risse, Schnitte, Beulen und ungleichmäßigen Verschleiß. Kontrollieren Sie auch Ventile und Ventilkappen. Nach längerer Standzeit verliert ein Reifen häufig Druck.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Für mehr Sicherheitsreserve empfehlen Fachstellen, bereits bei etwa 2 bis 3 Millimetern über einen Wechsel nachzudenken. Sechs Jahre Reifenalter sind ein Anlass, den Zustand besonders kritisch zu prüfen und einen Austausch zu erwägen. Das Alter lesen Sie an der DOT-Kennzeichnung auf der Reifenflanke ab. Eine gesetzliche Altersgrenze ist das nicht.

Bei Rissen, Beulen, Schnitten, auffälligem Verschleiß oder anhaltendem Druckverlust fahren Sie nicht los. Lassen Sie den Reifen von einem Reifenfachbetrieb oder einer Werkstatt beurteilen. Fahren Sie mit einem möglicherweise beschädigten Reifen nicht probeweise los.

Bremsen prüfen

Betätigen Sie Bremshebel und Bremspedal im Stand. Beide sollten bei jedem Betätigen an derselben Stelle deutlich Widerstand leisten und sich nach dem Loslassen wieder lösen. Schieben Sie das Motorrad vorsichtig und achten Sie darauf, ob ein Rad ungewöhnlich stark schleift oder eine Bremse festhängt. Prüfen Sie außerdem Bremsscheiben und -beläge auf sichtbare Schäden und starken Verschleiß sowie Leitungen und Schläuche auf Risse, Porosität und Undichtigkeiten.

Bei einem schwammigen oder fehlenden Druckpunkt, einer undichten Leitung, festhängenden Bremsen oder ungewöhnlichen Geräuschen bleibt das Motorrad stehen. Lassen Sie die Bremsanlage in der Werkstatt prüfen. Arbeiten an Bremsen sollten Sie nur selbst übernehmen, wenn Sie dafür die nötige Erfahrung und die passenden Herstellervorgaben haben.

Batterie prüfen

Kontrollieren Sie, ob die Batterie fest sitzt und ihre Anschlüsse sauber und unbeschädigt aussehen. Nach der Winterpause muss die Batterie häufig vollständig geladen werden. Verwenden Sie dafür ein Ladegerät, das zum Batterietyp und zu den Vorgaben des Motorradherstellers passt.

Startet das Motorrad trotz geladener Batterie nicht zuverlässig oder verliert die Batterie ihre Ladung, lassen Sie sie prüfen. Lassen Sie auch beschädigte Anschlüsse oder andere elektrische Ausfälle fachgerecht prüfen. Welche Messwerte gelten, hängt vom Batterietyp und vom Motorrad ab.

Beleuchtung testen

Schalten Sie Abblendlicht und Fernlicht ein und prüfen Sie Rücklicht, Bremslicht, Blinker und Kontrollleuchten. Testen Sie auch die Hupe. Ein Helfer kann das Bremslicht beobachten, während Sie den Handbremshebel und das Bremspedal einzeln betätigen. Achten Sie auf beschädigte Leuchtengehäuse. Prüfen Sie auch, ob das Licht flackert oder auffällig schwach ist und ob Anschlüsse lose oder korrodiert sind.

Ersetzen Sie ein defektes Leuchtmittel vor der Fahrt. Bleibt der Fehler bestehen oder fällt die Beleuchtung wiederholt aus, sollte eine Werkstatt die elektrische Anlage prüfen.

Flüssigkeiten kontrollieren

Prüfen Sie Motoröl und Kühlmittel nach den Vorgaben für Ihr Modell. Kontrollieren Sie die Bremsflüssigkeit ebenfalls nach diesen Vorgaben. Bei einem Motorrad mit Kardan gehört auch das Kardanöl zum Wartungsplan. Achten Sie außerdem auf den Kraftstoffstand und auf Flüssigkeitsspuren unter dem Motorrad oder an Leitungen und Anschlüssen.

Ist ein Stand deutlich zu niedrig, füllen Sie nicht einfach nach und fahren ungeprüft los. Ein niedriger Flüssigkeitsstand kann zum Beispiel mit verschlissenen Bremsbelägen oder einer Undichtigkeit zusammenhängen. Sinkt ein Pegel erneut oder entdecken Sie eine Leckstelle, lassen Sie die Ursache in der Werkstatt klären.

Wann die Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss, hängt vom Modell und dessen Wartungsplan ab. Halten Sie sich an den Wartungsplan und die Bedienungsanleitung. Wenn der letzte Wechsel unbekannt ist, fragen Sie eine Werkstatt.

Kette reinigen und prüfen

Kontrollieren Sie Kette, Ritzel und Kettenrad auf sichtbaren Verschleiß. Reinigen und schmieren Sie die Kette nach den Herstellerangaben. Prüfen Sie den Kettendurchhang an der vorgeschriebenen Stelle und stellen Sie ihn nur nach dem Maß ein, das in der Bedienungsanleitung für Ihr Modell steht. Der passende Durchhang unterscheidet sich von Motorrad zu Motorrad.

Eine stark gedehnte oder ungleichmäßig gelängte Kette und deutlich abgenutzte Zähne an Ritzel oder Kettenrad sind Warnzeichen. Bei deutlichem Verschleiß werden Kette, Ritzel und Kettenrad üblicherweise zusammen erneuert. Wenn Sie den Zustand nicht sicher beurteilen oder den Durchhang nicht korrekt einstellen können, lassen Sie die Arbeit von einer Werkstatt erledigen. Schmieren Sie die Kette möglichst rechtzeitig vor der Fahrt, damit das Kettenfett einwirken kann.

Schutzkleidung kontrollieren

Prüfen Sie Helm, Motorradkleidung, Handschuhe und Stiefel auf sichtbare Schäden und starken Verschleiß. Die Kleidung sollte gut sitzen und sich sicher schließen lassen. Untersuchen Sie das Visier auf Kratzer und prüfen Sie, ob ein vorhandenes Antibeschlagvisier unbeschädigt ist. Ein stark zerkratztes Visier sollten Sie ersetzen.

Für Motorradhelme gibt es keine einheitliche Austauschfrist. Beachten Sie die Hinweise des Herstellers und ersetzen Sie beschädigte Ausrüstung. Für kühle Frühlingstage helfen wärmende Schichten; gut sichtbare Kleidung macht Sie für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar.